Waschlabbe round Baleares 2000

Hier ist er nun, der abschließende Törnbericht unserer Umrundung Mallorcas. Nachdem wir uns ein knappes Jahr gefreut und vorbereitet hatten, war die eine Woche zwar viel zu schnell vorbei, aber es hat sich jede Minute gelohnt. Wie die Vorbereitung gelaufen ist, könnt Ihr hier lesen. Rückfragen, Anregungen und eigene Erfahrungen bitte an Dietrich Oberg.

Der Törn in der Kurzübersicht Das Schiff




Die Crew (komplett - 362 kB)

Schiff: Bavaria 46
Vercharterer: Yates-Alemanes
Standort: Palma di Mallorca/Club di Mar
Teilnehmer (7): Dinghi-Didi (Skipper), Ratschen-Roli (Bordingenieur), Heuer-Helmut (Borkasse), Pantry-Pit (Smutje), Kompass-Karl (Navigation), Böen-Bert (Wetter), Touri-Timo (Animation und Touristik)

Kurzverlauf:
Samstag, 9. September 
Palma di Mallorca/Club de Mar - Isla de Cabrera; 27 nm.
Sonntag, 10. September Isla de Cabrera - Cala d´Or; 25 nm
Montag, 11. September
Cala d´Or - Cala Figuera/Cabo de Formentor; 46 nm
Dienstag, 12. September Cala Figuera - Port de Soller; 28 nm
Mittwoch, 13. September
Port de Soller - Porto de Andraitx; 29 nm
Donnerstag, 14. September
Porto de Andraitx - Bucht von El Arenal; 29 nm
Freitag, 15. September
Bucht von El Arenal - Palma di Mallorca/Club de Mar; 15 nm (Kreuz- und Manöverkurse)

Segelmeilen über alles: 143 nm; Motormeilen über alles: 57 nm; Gesamtdistanz: ca. 200 nm
Seestunden über alles: 57; Landstunden über alles: 87

Törn-Gesamtkosten: 10.800,00 DEM inkl. Bordkasse exkl. Flugkosten

Bootsübernahme

In den Tagen vor Törnbeginn intensivierte sich der Nachrichtenverkehr zwischen denjenigen, die erst am Vorabend des Törns einfliegen würden und den dreien, die bereits 14 Tage Familienurlaub im Westen und Osten der Insel zur Akklimatisierung benutzten. Einschneidendste Mitteilung war die Nachricht von Heuer-Helmut am letzten Tag, daß durch einen tragischen Ver- und Übermittlungsfehler unser schmuckes Schiff nicht den schon liebgewonnenen und beim Equipment berücksichtigten Namen "Eisvogel" sondern "Voodoo Lounge" haben würde. Nachdem der Skipper diesen Schlag weggesteckt hatte entschieden wir kurzfristig, bereits am Freitagabend in der Innenstadt von Palma spanisch zünftig Begrüßung zu feiern. Das wurde uns ermöglicht, da Yates Alemanes uns das Boot bereits in dieser Nacht zum Schlafen zur Verfügung stellte. So begann der Törn schon in der Nacht zum Samstag mit einer Abschieds- und Willkommensparty mitten in Palma bei Paella, Wein und spanischem Flair.
Am nächsten Morgen, alle Familien waren inzwischen per Flieger entsorgt, war die Crew wie vereinbart um 8 h hellwach (s. Bild 380kB)

1. Tag

Das Einchecken erfolgte am Samstag gegen 10h, souverän und zügig von der Basisleitung veranlasst. Mit dem noch vom Familienurlaub zur Verfügung stehenden Mietwagen zog eine Kolonne unter Führung von Pantry-Pit in den Supermarkt (ca. 5-7 Minuten zu fahren; zu Fuß auch möglich, dann sollte aber der Rücktransport organisiert sein), um den Basisbedarf zu bunkern. Mittags wurde der Mietwagen zurückgegeben und gegen 14h vom Club de Mar abgelegt.
Die erste Mitteilung vom Steuermann "Logge zeigt nicht an!" wurde entspannt abkommentiert, daß das der Bordingenieur schon richten wird (was dann auch bei diversen Tauchgängen zwischen Cabrera und Cabo Formentor erfolgte). Nach Sicherheitseinweisung und Testmanövern fühlten sich alle fit für Kurs auf Cabrera. Schade nur, daß ein 3er aus SSO eine langwierige Kreuz erforderte. Und das entlockte den weniger Segelerfahrenen, nachdem bei guter Sicht "Cabo Blanco" etwa 1,5h immer backbord querab erschien, die Definition des "Murmeltierkurses", angelehnt an den für Cineasten leicht erkennbaren Klassiker "Und ewig grüßt das Murmeltier".
Bei Sonnenuntergang stellte sich dann beim zweiten Lichtcheck leider heraus, daß das Ankerlicht defekt war, was im Hafen bei der Helligkeit niemandem aufgefallen war. Dieses Phänomen, so bedauerlich es auch war, half uns später beim Ankerliegen leicht, unseren Mast von der Hafenbar aus zu identifizieren. Da Heuer-Helmut sich konsequent weigerte, mit dem Bootsannsstuhl in den Mast gezogen zu werden, blieb dieses Licht dauerhaft aus. Damit sind aber auch schon alle Schäden, die wir auf dem Törn finden sollten beschrieben.
(auf dem Weg hinaus der Bucht von Palma: Bild 385 kB)
Gegen 23h machten wir in der Bucht von Cabrera an einer Boje fest und genossen die stille, schwarze Nacht.

Sprüche zum ersten Tag
MOB-Übung: "Da können wir ja nur hoffen, daß der Mann eine Krawatte um hat!"
Sundowner (Bild1 370 kB/Bild2 347kB): "Eine Wende ist, wenn die Olive im Glas links schwimmt!"

2. Tag

Nach üppigem Frühstück und erfrischenden Tauchgängen (Bild1 385kB/Bild2 377 kB) ging es bei mäßigem Wind Richtung Ostküste nach Cala d´Or. Der NNO erforderte nicht so starke Kreuz und gegen 17h waren wir fest im neu erweiterten Hafen von Cala d´Or. Dort hat es ausgezeichnete Sanitäranlagen, die allerdings je nach Liegeplatz gut 5-8 Minuten Fußmarsch die Hafenpromenade entlang entfernt sind. Die Versorgung um den Hafen direkt herum ist nicht üppig. Es ist eher eine vornehme Restaurantlandschaft. Im Ort selbst boxt im Sommer der Pabst. Die Flaniermeile wird beherrscht von englischen Touristengruppen, die exotische Trinkspiele organisierend von Kneipe zu Kneipe ziehen. Es gibt aber ein so reichliches Angebot an unterschiedlichen Lokalen, daß für wirklich jeden Geschmack etwas zu finden ist. Man kann sagen: Langweilig ist Cala d´Or nicht!

Info

Liegegebühr: 11.000,00 Ptas = 132,00 DEM (aus Faktor Breite * Länge ermittelt); 1.000,00 Ptas Pfand für Duschschlüssel.
getestetes (und für sehr gut befundenes) Restaurant: "Tipic mallorqui", Carrer Toni Costa 32, FON +34 (971) 657816, 07660 Cala d´Or

ACHTUNG! Es fahren durch Cala d´Or Nepper-Trupps, die einen kostenlos in eine "Super"-Disko fahren wollen. Dort zahlt man 1.000,00 Ptas, darf aber vorher nicht einmal durch die Tür schauen, wo man reingelangt. Will man nicht rein, wird man schimpfend weggeschickt und darf etwa 10 Minuten zurück zum Ortskern laufen.

Sprüche zum zweiten Tag
Männer auf See I: "Das Meer hat viel mit uns gemeinsam: es ist geil und blau!"
Männer auf See II: "Neuer Eintrag im Duden für wohlgeformte Frauen: Fendermenschen"

3. Tag

Nachdem die Hundewache sich erfreulicherweise dann doch um 5h wieder zurückgemeldet hatte, konnten wir für den längsten Schlag des Törns kurz vor 6h ablegen. Herzlich verabschiedet wurden wir von Skipper Uli und Smutje Peter der Charteryacht "Squeeze Me". Beide hatten sich mit ihrer Pfälzer Mundart beim frühmorgendlichen Weinschoppen in unsere Herzen geredet.
Es sollte ein 12-Stunden-Seetag werden, der uns mit schwächelndem Wind bis Flaute auf eine Geduldsprobe stellte, bzw. den Diesel zum ersten längeren Einsatz kommen ließ. Zum Ausgleich erfreuten wir uns an der interessanten Ostküste. Vor allem die abendliche Rundung von Cabo Formentor, nordöstlichster Zipfel von Mallorca, war beeindruckend (Bild 381 kB). In Cala Figuera ließen wir den Anker fallen und genossen im klaren Wasser einen Bade- und Schnorchelabend (Bild 377kB).

Spruch zum dritten Tag
Extra starker Frühstückskaffee: "So kriegt man ein Kännchen in ´ne Tasse!"

4. Tag

Die Mitternachtwache hatte sich in den aufgehenden Vollmond verliebt, so daß um 3:30h der Anker auf ging und bei 2-3 SW auf SSW drehend 5 Stunden wunderbar ruhigen Nachtsegelns eingeläutet wurden.(Bild 391 kB)
Das hatte den Vorteil, daß nach dem Frühstück gegen 11h die Cala de la Calobra noch nicht so bevölkert von uns angetroffen wurde und wir uns am Kiesstrand und im Ort einen abwechslungsreichen Landgang gönnen konnten.
Die Bucht ist von Land nur zu Fuß zugänglich. Wegen der abenteuerlichen Lage werden ganztags stundenweise Bus- und Schiffsladungen nach Calobra gekarrtt. Daher ist eine frühe Ankunft durchaus immer empfehlenswert.
Vor dem Mittagskaffee ging der Anker auf, damit Porto de Sóller noch vor 18h erreicht werden konnte. Dort wurde wieder geankert und ausführlicher Landgang gemacht.

Info

Es fährt eine historische Straßenbahn von Porto de Sóller nach Sóller; kostet 115,00 Ptas/Pers.; fährt bis 21h alle 20-30 min.; sehr malerischer Ausflug.
Sóller: Um die Kirche herum gibt es verschiedene gemütliche Café/Bistros. Wir genossen freundliche, wenn auch männliche Bedienung; dort lernten wir den mallorquinischen Brandy "Suau" kennen und schätzen.Der Kellner tat mit seiner Trink-9-zahl-5-Variante sein Übriges zum positiven Eindruck. Dazu für 500 Ptas eine kleine Portion Tapas, ideal als Appetizer; Bier: Warsteiner.
Porto de Sóller: Essen in "La Bodequita", Es Traves 14 - Baso, FON +34 (971) 635131. Fisch frittiert in fingergerechten Größen als Tapas oder Raciones, freundlichst und auf Wunsch von der Wirtin lecker zusammengestellt. Vino tinto di casa auch in größeren Mengen empfehlenswert (7 Pers. - 24.000,00 Ptas total).

5. Tag

Ohne Wind ging es um 9:30h bis Mittags Richtung Andraitx. Nachmittags frischte der Wind auf und wir konnten zwischen Mallorca und Dragonera kreuzen. Gegen 19h werden wir am Club de Vola in einen freien Liegeplatz eingewiesen, nachdem wir vorher die Gelegenheit zum Tanken genutzt hatten.

Info

Liegeplatz: 10.000 Ptas inkl. Poolnutzung (bis 20h) und Duschen (bis 22h). Einweisung erfolgt durch Marineros.
Essen: Im Hafen direkt neben dem Pool ist ein Restaurant, welches einen guten Eindruck machte. Wenn man einmal um die Hafenbucht herumläuft findet man dort außerdem jede Menge Restaurants jeder Qualität vor. Ebenfalls dort Nachleben mit Diskotheken.

6. Tag

Heute sollte es ernst werden. Es galt, die Legende von Ballermann 6 zu überprüfen. Also ging es um 9:30h von Andraitx mit einem schönen 3er um die Südwestecke von Mallorca an einem vor Anker liegenden 3-Master (Bild 398 kB) vorbei in die Bucht von Palma hinein. Beim versuch, um 18h in den Hafen von El Arenal einzulaufen, wurden wir von wild gestikulierendem Marinero schon früh auf die Überfüllung hingewiesen.
Wir ankerten dann mit etlichen anderen Schiffen direkt vor Balneario 7. Solange Wind und Wellengang schwach sind, ist das unproblematisch, bei stärkerer Welle ist die Rückkunft von Land zum Schiff mit dem Dinghi ein Balanceakt, der wohl geplant sein will.

Info

Zu El Arenal gibt es nur zu sagen, wer etwas erleben will, kann es dort erleben. Es gibt nichts, was es nicht gibt, alles aber in fröhlicher und unkomplizierter Atmosphäre.

7. und letzter Seetag

Nachdem die Nacht doch einige Schäden hinterlassen hatte sah das Schiff eine spät frühstückende Crew. Ein schöner Westwind ließ uns die Bucht von Palma für 4 Stunden zum Manövergebiet erklären, bevor es endgültig wieder hieß "fest Club de Mar/Palma di Mallorca".

Info

In Palma gibt es natürlich beliebige Möglichkeiten. Wir genossen unseren letzten Abend u.a. im Restaurant "Tirol", Apuntadores 3, 07012 Palma, FON +34 (971) 716610; man findet es in der Altstadt von Palma. Sehr gemütliches Ambiente und faire Preise.


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