Repetitio delectat!
Also noch einmal nach Kroatien

Die Forch Cock im Oktober 2005 in den Kornaten

Törnbericht Kroatien. Nachdem etliche Crewmitglieder schon in 2002 und 2003 gute Erfahrungen gemacht haben, setzt die Forch Cock Crew für 2005 das erste Mal gesamt in Kroatien ein. Der Törn war ursprünglich als Törn Surprise geplant. Das bedeutet, dass die Anreise auf eigener Achse bis etwa Zadar sicher ist, dann aber erst im last minute-Verfahren ein Schiff gefunden wird. Im Verlauf des Sommers haben wir dann aber erkannt, daß es geschickter und nicht teurer ist, Schiff und Startort vorher festzulegen.

Rückfragen, Anregungen und eigene Erfahrungen bitte an
Dietrich Oberg.

Der Törn in der Kurzübersicht

 

  hier kommt mal ein Bild hin
Schiff: Beneteau First 47.7 "First Class 2"
Vercharterer: Master Yachting
Standort: Vodice/ACI Marina - Adria Yacht Charter
Wetter: via SMS für Adria Nord und Adria Süd zweimal am Tag (9:30 und 21:30h) zuverlässig und kostenlos vom Vercharterer aufs Handy. Zusätzlich über Kanal 67 Split Radio ab 8h regelmäßig.
Revierhandbuch: Hafenhandbuch in deutsch
Revierinfos: www.skippertipps.de
Tipps

Teilnehmer: Dinghi-Didi (Skipper/Bordkasse), Ratschen-Roli (Bordingenieur), Pantry-Pit (Smutje), Touri-Timo (Animation und Touristik), Kaleu/Sturm-Stefan (Wetter), Snüsse (Navigation), Vossibär (digitale Technik)

 




Kurzverlauf:

Samstag, 22. Oktober 2005
 - vor Vodice/ACI Marina - 6,2 nm
Sonntag, 23. Oktober - Vodice - Primosten - 30,5 nm
Montag, 24. Oktober - Primosten - Stomorska/Solta - 25 nm
Dienstag, 25. Oktober
 - Stomorska/Solta - Sibenik - 40 nm
Mittwoch, 26. Oktober - Sibenik - Murter/ACI Marina Hramina - 16,6 nm
Donnerstag, 27. Oktober
 - Murter/ACI Marina Hramina - Vrukje/Kornat - 28 nm
Freitag, 28. Oktober
 - Vrulje/Kornat - Vodice/ACI Marina - 40 nm

Segelmeilen über alles: 156 nm; Motormeilen über alles: 30 nm/10 h/20 liter Diesel; Gesamtdistanz: 186 nm
Seestunden über alles: 50; Landstunden über alles: 100

Törn-Gesamtkosten: 3983,00 € (= 570 € pro Person)
(1.805 € Charter; 1.686 € Essen und Trinken; 148 € Hafengebühren; 227 € Maut und Tanken; 117 € Sonstiges)

Anreise und Bootsübernahme

1. Tag - Samstag
Die Anreise ist für Nordbayern geschickt über Nürnberg, Passau, Linz, Graz, Maribor, Zagreb, Sibenik nach Vodice. Der Autobahnausbau ist bis auf ca. 100km auf der Gesamtstrecke von 1050 km gut bis sehr gut. Zu beachten ist ausschließlich, daß alle Mitfahrer gültige Personalausweise oder Reisepässe mitführen. Die Slowenen sind beim Transit damit sehr heikel.
Währung: 7,25 Kn (Kuna) = 1 €; In Slowenien 230 SIT (Tolar) = 1 €.

Die Übernahme des Bootes gestaltete sich professionell und zügig. Alle Systeme und Schiffsteile funktionierten und nach der obligatorischen Sicherheitseinweisung konnte der Nachmittag dafür genutzt werden, sich vor Vodice mit dem Schiff und seinen Segeleigenschaften vertraut zu machen. Bei einem Manöverschlag rund um Logorun (Otok Logorun; 43° 44' 43 N - 15° 45' 6 E) mit einem kurzen romantischen Seitenblick auf Tribunje in der Abendsonne wurden alle Schoten warmgesegelt und die Grundsicherheit auf dem Schiff erreicht.

Info zu Vodice
Die ACI Marina in Vodice, wo unser Schiff von AYC Adria Yacht Charter betreut wurde, liegt im südöstlichen Ortsteil (also, wenn man von der Landstrasse kommt links halten). Die Marina hat einen zumindest zu unserer Segelzeit kostenlosen bewachten Parkplatz. Restaurant und Sanitäranlagen sind angenehm und genügen normalen Ansprüchen. Von Defiziten der Marinaführung, die in verschiedenen Quellen zu finden waren haben wir nichts bemerkt. Im Ortskern oberhalb der Kirche hatten wir ein Abendessen in einer Konoba mit rustikalen Holzbänken direkt an einem Park (700 Kn Essen/Trinken/7 Personen). Das Essen war ausreichend in der Menge. Über die Qualität ging die Meinung der einzelnen Crewmitglieder auseinander. Das zweite Abendessen in Vodice hatten wir in der Konoba "Burin" (nach dem gleichnamigen Wind - wenn man die Marina verlässt und immer links am Wasser entlang geht, findet man sie um eine Ecke biegend). Dort genossen wir am letzten Tag ausgezeichnete und reichliche Vorspeisen und Grillteller in angenehmer Atmosphäre (920 Kn E/T/7).

2. Tag - Sonntag
Eine verregnete Nacht mit Blitz und Donner und schwacher Wind zwischen 0-1 ließen nicht viel hoffen, hinderte uns aber nicht am Auslaufen. Mit einer Wettervorhersage ausgestattet, die uns südlich mehr Wind vermuten ließ, setzten wir uns als Ziel Primosten und gaben dem Motor ein wenig Zeit, sich einzufahren. Um 14 Uhr war die Oktobersonne so in Fahrt gekommen, daß wir auf 43° 37' 868 N - 15° 57' 835 E den Anker fallen liessen und für 2 Stunden einfach Baden und Schnorcheln im 20 Grad warmen Wasser gingen. Mit 12 Knoten Abendwind ging es danach nach Primosten in die Marina (Hafengebühr 280 Kn).

Info zu Primosten 
Die alte Stadt liegt oberhalb der Marina auf einer Halbinsel und wird von einer Kirche überragt. Toiletten und Duschen sind klein aber in der Nachsaison ausreichend (keine Geschlechtertrennung; zwischen 23h und 6:45h geschlossen). Wir hatten ein Abendessen im Restaurant "Staro Selo" direkt an der Marinabucht. Wir entschieden uns für zehn warme Vorspeisen auf gemeinsamen Platten angerichtet und hatten damit eine ausgezeichnete Wahl getroffen (900 Kn E/T/7). Einkaufsmöglichkeit und Bankomat gibt es, wenn man die Altstadt durch die Mauer verlässt und sich dann halblinks hält. Nach ca. 300 m findet man einen Supermarkt und dort auch den Bankomaten.

3. Tag - Montag
Von Primosten wollten wir, bei günstigen Bedingungen, eigentlich Brac zu erreichen versuchen. Doch auch der zweite Tag begann verhalten, was die Windverhältnisse betraf.  Also musste nochmals der Motor herhalten und mit ihm querten wir vor Rogoznica das Regattafeld des Business Cup, welches sich für einen Schwachwindstart bereit machte. Wie sich später zeigen sollte würde am Schluss der Sieger nach drei gewerteten Wettfahrten in der Klasse ohne Spinnaker eine First 47.7 sein. Brac liessen wir als Ziel zu Mittag fallen und mussten uns auf Höhe Trogir entscheiden, ob wir dem Sog der Großstadt Split erliegen würden oder viel lieber auf der Insel Solta Zuflucht suchen. Ziemlich mehrheitlich wurde die idyllische Variante beschlossen und da der Wind inzwischen etwas aufgefrischt hatte, wurde es eine sehr schöne Abendansteuerung in den Dorfhafen von Stomorska auf Solta. Mit einer weiteren Yacht lagen wir vor der Mooring mit Wasser und Strom (Hafengebühr 150 Kn - keine Sanitäreinrichtungen).

Info zu Stomorska/Solta
Auf den ersten Blick sah es so aus, als wenn sich die Unkenrufe aller Kroatiensegler bewahrheiten würden, daß es um diese Jahreszeit keine offenen Restaurants auf den Inselchen mehr gibt. Allerdings durften wir erleben, daß mit ein wenig Nachfrage und unterstützt durch hilfsbereites gemeinsames Aufbocken eines Schlauchbootes problemlos noch ein Restaurant gefunden werden konnte, wo für uns der Grill in Betrieb genommen wurde und wo wir wieder im Freien, mit Blick aufs Schiff, gut und reichlich mit Fisch und Fleisch verpflegt wurden (Restaurant "O'La La" 910 Kn E/T/7)

4. Tag - Dienstag
Dieser Tag brachte die Wende in den Windverhältnissen. Unterstützt von der 7-Tagesvorhersage für Mitteleuropa (perfekt gefunden in der Linkliste von Stefan Ochs) und dauernd bestätigt durch die SMS-Vorhersage vom Vercharterer entschieden wir uns dafür, den zweiten Teil der Woche im Norden zu versegeln. Dazu sollte uns Sibenik als zusätzliches Highlight eine attraktive Nachtansteuerung bieten. Der Wind war anfangs noch schwach und unentschlossen, so daß wir nach dem Frühstück zuerst zur Insel Veli Drvenik motorten und dort auf 43° 26' 111 N - 16° 08' 781 E erneut ankerten und genüßlich badeten. Um 13h merkten wir, daß es mit dem schwachen Wind nun endgültig vorbei war und machten uns auf zu einer achteinhalbstündigen Anfahrt auf Sibenik. Dank der frühen Dunkelheit im Herbst wurde es ab 18 Uhr interessant und der klare Sternenhimmel tat sein Übriges, die Vorbeifahrt an der Insel Zlarin und die dann folgende Einfahrt in den Fjord von Sibenik zu etwas Besonderem zu machen.
Dabei gilt es allen, die es uns nachtun wollen, als Warnung zuzurufen, daß zwischen der Kartendarstellung der Gefahrenstellen und der aktuellen Situation ein kleiner aber im Ernstfall gravierender Unterschied besteht. Es gibt drei nicht sehr weit auseinanderliegende Bojen, bzw. Gefahrenstellen, deren nördlichste eine grüne, beleuchtete Tonne ist. Nahe bei dieser liegt ein, in der Karte auch eingezeichneter Betonklotz, scheinbar ein Fundament eines früheren Tonnenstandortes. etwas weiter südlich steht eine tagsüber ausgezeichnet erkennbare Gefahrentonne Ost, die nachts nicht beleuchtet ist. Leider haben wir deren genaue Position nicht notiert, können aber als nautisch einwandfreien Hinweis mitgeben, daß die Ansteuerung, solange man die beleuchtete grüne Tonne bei der Einfahrt korrekt an Steuerbord lässt, durch diese unbeleuchtete Gefahrentonne nicht beeinträchtigt wird.
Grundsätzlich ist die Befeuerung der Durchfahrt einwandfrei. Man muss sich bei guter Sicht nur von grüner Tonne zu grüner Tonne hangeln und kommt problemlos im Hafenbecken aus.
Das Hafenbecken hat eine breite Pier an der wir mangels weiterer Schiffe längsseits festgemacht haben. Trotz Nachsaison kommt ein Mitarbeiter des Hafenbüros zum Kassieren einer Transitgebühr (Hafengebühr 180 Kn), die 24h Liegeberechtigung bedeutet. Sanitäre Anlagen, Strom oder Wasser werden jedoch nicht geboten. 

Info zu Sibenik
Eine öffentliche Toilette (4 Kn) findet man, wenn man links von der Pier durch die beiden Kanonen hoch in die Altstadt zur Kathedrale geht. Einkaufsmöglichkeiten sind rechts von der Pier an verschiedensten Stellen. In Sibenik kann man sich in der malerischen Altstadt verlaufen, am Tag hoch zur Festung gehen und von dort einen tollen Blick auf Bucht und Meer riskieren und man kann auch, so wie wir durch die Altstadtgassen stolpernd in einem lokalähnlichen Geschäft landen, von dem wir bis heute nicht wissen, ob es eine Weinhandlung oder eine Kneipe ist. Fakt war nur, daß wir dort tatsächlich ordentlichen weißen und roten Wein erhielten und nach etlichen Mißverständnissen auch Schinken, Käse und Oliven. Das Interieur war sehr angenehm und schien auf eine lange und sprechende Geschichte hinzuweisen. Mangelnde Sprachkenntnisse auf unserer und vollkommene Kontaktscheue auf Seiten der uns bedienenden Dame verhinderten aber den Aufbau von weiterem Detailwissen.

5. Tag - Mittwoch
Die Wende nach Norden hatte sich als gut erwiesen. Die lokalen Wettervorhersagen prophezeiten uns für die zweite Hälfte stabilen Nord-Nordwest mit 3-4 steigend auf 5 Beaufort. Trotzdem machten wir an diesem tag nur einen eher kleinen Schlag nach Murter in die ACI Marina Hramina, weil wir uns diese interessehalber unter Berücksichtigung einer eventuellen Teilnahme am Kornati-Cup 2007 anschauen wollten. Die Ansteuerung über die nordwestliche Ecke der Insel Murter nach Osten in Richtung Marina enthält für tiefgehende Yachten (die FC 2 hat 2,30 m) ein kleines Spannungsschmankerl. An der seichtesten Stelle sind laut Karte 2,80m angegeben, was einen genügenden halben Meter bedeutet. Auch wenn die Tide in der Adria normalerweise zu vernachlässigen ist, so kann sie doch von Fall zu Fall 20 bis 30 cm ausmachen. Das bedeutete, daß wir auf etwa 20-30 Metern Distanz auf dem Echolot eine 0,0 m Anzeige hatten, die wir durch geeignete Krängungsmaßnahmen wie Crewverlegung nach Lee und Schoten dichtholen entschärften und auch ohne Schaden überstanden. Für die morgendliche Weiterfahrt nahmen wir uns sofort vor, daß wir den Nervenkitzel nicht erneut benötigen würden und eine etwas nördlichere Alternativstrecke wählen würden. Die ACI Marina Hramina ist reichlich groß und wir wurden problemlos eingewiesen (Hafengebühr 468,50 Kn - bei der Gebühr der Spitzenreiter aber auch bei den neuen Sanitäranlagen: oberste Klasse und riesengroß).

Info zu Murter
In Murter findet man, die Marina - die einen kleinen Market beherbergt - nach rechts verlassend, sofort Einkaufsmöglichkeit mit Bankomat, weiter gehend oben auf einem Hausdach angekündigt in einer Gasse einen Bäcker und am Ende dieser Gasse einen Metzger. Wer frischen Fisch mag der sieht von der Marina aus im Stadthafen, dort, wo die Ausflugsschiffchen wegfahren ein kleines Steinhaus ohne Fenster. Dort wird morgens bis 9h (oder solange, bis kein Fisch mehr da ist) Fisch vom Nachtfang verkauft. 3 kg Fisch haben wir uns für 65 Kn geholt (s.u.). Als Restaurantempfehlung können wir das "Tic Tac" weitergeben, welches nicht leicht zu finden ist (Hrokesina 5 - FON: 022/435230)) - am besten fragen oder ein wenig im rechten Ortsteil rumspazieren - wo man aber in sehr angenehmer Atmosphäre ausgezeichnet speisen kann (1200 Kn E/T/7). Besonderes Highlight waren die beiden Schnapsflaschen Hausmarke, die gleich zur Begrüßung auf den Tisch gestellt wurden und sehr mild als Aperitiv die Kehle hinunterronnen.

6. Tag - Donnerstag
Der Morgennebel besorgte uns an diesem Tag ein ganz besonderes meteorologisches Früherlebnis, was der aufkommen Nordwestwind aber bald verblies. Während Skipper und Smutje sich um die Tageseinkäufe bemühten - die Planung sah Essen auf hoher See oder in Ankerbucht vor - nutzte die Crew die Zeit zu Manöver- und Anlegetraining im Hafen. Nach dem Auslaufen und Verlassen der Inselchen nördlich Murter konnte bei stabilen 4 Windstärken die Südspitze der Insel Kornat wunderbar am Wind angesteuert werden. Der Ritt über die Adria wurde zur wahren Freude und es wurde beschlossen, daß wir an der Westküste Kornats hochkreuzen würden, bis wir einen geeigneten Anker- und Nachtplatz würden gefunden haben. In der Kreuz passierte dann aber das, was in der modernen bemannten Seefahrt eigentlich gar nicht passieren darf: Das Bier ging aus! Jetzt war der Navigator gefragt, wo man denn um diese Zeit in dieser Gegend eventuell Nachschub organisieren könnte. Dabei war allen klar, daß das eigentlich so gut wie unmöglich sein dürfte, da dort um diese Jahreszeit überhaupt kein Leben zu sein schien. Man entschied sich, der kleinen Ansiedlung Vrulje auf Kornat, die gemäß dem vorliegenden Material mindestens ein Restaurant im Sommer haben müßte anzusteuern und zu hoffen, daß sich der Wirt auf Verhandlungen einlassen würde. Keiner war darauf vorbereitet, was uns beim Einlaufen in die kleine Bucht von Vrulje erwartete: Eine winzige Mole auf der uns zwei freundliche Männer bei Reparaturarbeiten an einem Motor begrüßten und uns eine Mooring, die uns schräg von der Molenspitze wegliegen ließ anreichten. eine Ansiedlung, die nahezu verlassen aussah, was sie aber überhaupt nicht war, wie wir in den folgenden Stunden feststellten und zwei gemütliche Tische an der Mole, die zum Sitzen und trinken einluden.
Kurz gesagt, wir waren bei "Ante" in Vrulje gelandet, der dort bis Ende Oktober mit seinen Nachbarn mit der Olivenernte und zur Freude von Segel- und Bootstouristen beschäftigt ist. Wir erhielten selbstverständlich Bier und mussten erkennen, daß es vollkommener Unsinn wäre, nicht auch dort zu Essen, sobald seine Frau mit dem Esel vom Berg wieder runtergekommen sein würde.
Es wurde ein unvergesslicher Abend, der bis in die Nacht ging. Das Essen (1200 Kn E/T/7) war grandios, der Kräuterschnaps bekömmlich und die 60 Katzen, die die Ortschaft beherbergt, erfreuten sich an Fischköpfen und Gräten.

Spruch des Tages
Abfallen geht immer und in Lee braucht man Platz!

7. Tag - Freitag
Nach tiefem Schlaf von Eselsgeschrei geweckt machten wir uns auf den langen Heimweg nach Vodice. Dabei kam uns wieder der kräftige Nordwest zurecht, der uns erst die Düse hinaufkreuzen ließ bis zur schmalen, gut betonnten Durchfahrt. Als wir die raumschots unter Segeln passiert hatten, hieß es, Ruder legen auf vor Wind Kurs Vodice.
Vor Wind Kurse werden bei uns gerne zum Kochen genutzt und da wir immer noch mit 3kg Fisch gesegnet waren, machten sich Smutje und Skipper an die Arbeit (sie Info zu ...). Die Crew genoß den Autopilot mit 125° bei 5 Knoten Butterfly und warmer Sonne und dann dazu die ausserordentlich leckere Verköstigung. Nach dem dritten Gang - es gab noch Spaghetti al pesto und aglio e olio vor dem Fisch - reichte aber selbst der mitgeführte Slibowitz nicht mehr und alle streikten. Als Murter langsam wieder in Sicht kam wurde entschieden, daß das faule Leben ein Ende haben muss und der ruhende Skipper durch hektisches Anluven geweckt. Einige Kurswechsel, um den schönen Wind zu nutzen, aber letztlich dann doch die Ansteuerung auf Vodice zu südlich an Logorun vorbei und die Tankstelle (geöffnet Freitags bis 18h) kam in Sicht.
Dann hatte der Törn 1h vor seinem endgültigen Ende noch eine kleine technische Überraschung für uns bereit: Als die Segel geborgen werden sollten und wir uns mit Maschine in die relativ kurze Tankschlange einreihen wollten, riss der Baudenzug der Kupplung. Wir informierten die Basis und kreuzten unter der Fock vor der Pier bis zwei Mechaniker mit dem Motorboot raus und an Bord kamen. Sie fanden den Defekt schnell und manövrierten das Schiff von Hand kuppelnd an die Tankstelle (20 Liter Diesel zu 143 Kn) und später dann in die Box. Wir nahmen es als weiteres unterhaltsames Element des Törns und waren froh, daß es uns nicht irgendwo draußen passiert ist und wir selbst in die Tiefen des Motors hätten abtauchen müssen.

Info zu Fischrezept an Bord
Wenn man auf einem kroatischen Fischmarkt die Gelegenheit hat, Sardinen zu kaufen (10-20 Kn das Kilo), dann sollte man sich einmal den Spaß gönnen und die unterwegs zuzubereiten. Wir haben die Sardinen um vier makrelenähnliche Fische ergänzt, die parallel im Gasofen gegart wurden (Achtung: Schiffsgasöfen können die Gesamthitzeleistung der Flammen mindern, wenn Ofenrohr und beide Flammen aktiv sind - mehr Zeit einkalkulieren!).
Sardinen: die Sardinen ausnehmen und säubern. Da die Pfannen auf den Schiffen in der Regel nicht allzu groß sind, lohnt es sich, die Köpfe abzuschneiden. Die Fische je nach Lust mit Zitrone beträufeln und kurz einziehen lassen. Die Pfanne auf der Flamme heiss werden lassen und in die heisse Pfanne reichlich Olivenöl geben. Die Fische in Mehl wenden und in die Pfanne legen. Kontrolliert goldbraun brutzeln lassen, wenden und eventuell zum Schluss mit vorbereiteter Brühe abschmecken (löst die Fische vom Pfannenboden und gibt zusätzlichen Geschmack). Mit Zitrone, Oliven und Weißbrot servieren. Wenn sie schön knusprig gebraten wurden, kann man sie mit Haut und Gräten essen.
größere Fische: Fische ausnehmen und säubern; Kopf und Schwanz bleibt dran. Fisch seitlich auf die Alufolie legen und mit Zwiebelscheibe und Butterstück füllen. Weitere Zwiebelringe auf den Fisch legen. Zwei Butterstücke auf den Fisch geben und reichlich mit Majoran, Thymian und Rosmarin würzen. Salzen und die Alufolie über dem Fisch schließen, so daß möglichst kein Saft austreten kann. je nach Größe (wir hatten 30 cm Fische) ca. 40-50 Minuten im Ofen garen lassen und dann servieren.

Checkout und Rückreise
Das Auschecken mit Taucherkontrolle um 8h war wieder professionell und zügig. Das Frühstück in der Marina angemessen und preiswert (340 Kn E/T/7). Die Rückreise verlief deckungsgleich mit der Hinreise. Für eine Mittagspause suchten wir uns die Ortschaft Ptuj in Slowenien aus. Dort gibt es gegenüber dem Standesamt (in die Stadt hineinfahren, da wo zum ersten Mal 'center' beschildert ist links halten und hinter der Draubrücke links parken und die die Fussgängerzone gehen) die Pizzeria Europa, die sensationelle Pizze zubereitet (60 € E/T/7).

Tipp zu Bojen (Festmachen) - übernommen von Wolfgang Speckardt auf http://www.skippertipps.de/boje.htm

Man bereitet eine NICHT schwimmfähige Festmacherleine vor, indem man beide Tampen auf einer Bugklampe
belegt, so dass man eine große Schlaufe erhält, die man unter der Seereling hindurch nach Außenbords führe und über den oberen Relingdraht zurück auf Deck legt. Die Leine ist nur so lang, dass sie nicht bis zur Schiffsschraube zurückreicht, damit sie sich dort niemals vertörnen könnte, selbst wenn alles schief laufen würde. Dann zeigt man mit dem hochgestreckten Bootshaken ständig auf die ausgewählte Boje, während man auf den letzten 5 Metern mit den Fingern der freien Hand die Distanz in Metern anzeigt. So gibt es nie Verständigungsprobleme mit Steuerfrau/-mann und alles "Geplärre" erübrigt sich. Sobald der Bug neben der Boje ist, lässt man die vorbereitete Schlaufe der Festmacherleine einfach über die Boje fallen. Dabei ist es kein Nachteil, wenn noch etwas Restfahrt im Schiff ist. Die schwere Leine geht augenblicklich unter und hält das Boot sicher in Position, da sie sich sofort unter der Boje verfängt. Erst wenn das Boot ausgeschwoit ist, wird mit einer 2. Leine in aller Ruhe ordnungsgemäß am unteren Ring belegt. Die 1. Leine wird dann zusätzlich durch den oberen Bojenring gezogen und der Anker kommt auf Deck, so dass keine Leine daran schamfielen kann.

Tipps zur Seekrankheit - übernommen aus Yacht 1/2005 (werden auf diesem Törn auf Praktikabilität getestet werden)

  1. histaminhaltige Nahrung vermeiden (Rotwein, Weizenbier, Salami, Hartkäse, Dosenthunfisch). Weitgehend histaminfrei sollen frische Speisen mit Ausnahme von Spinat und Tomaten sein.

  2. Möglichst mittschiffs aufhalten und darauf achten, den ganzen Körper statt nur den Kopf zu drehen - vermeidet körpereigene Histaminbildung

  3. Arzneimittel: 75-mg-Cinnarixin-Kapseln 1-2 * täglich ab 7 Tage vor Törnbeginn. Blockiert Histamin-Bindungsstellen im Gehirn. Unerwünschte Wirkung -> Müdigkeit.

  4. Vitamin-Zufuhr: 2 g täglich können die Seekrankheit unterdrücken. Zusätzliche Zufuhr von Vitamin C in Form von 500-mg-Kautabletten über die Mundschleimhaut.

  5. Schlaf: Im Schlaf sinkt der Histamin-Spiegel gegen null.

Literatur: Reinhart Jarisch - "Histamin-Intoleranz - Histamin und Seekrankheit" 2. Aufl. ISBN 3-13-105382-8, 24,95 €